Ein (fast) ganz normales Leben

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Die Gelehrten der Scheibenwelt (Pratchett) 290/477 -
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Mir ist mal so aufgefallen, als ich meine früheren Einträge in diesen Blog mit meinen jüngeren verglichen habe, daß ich über ganz andere Themen schreibe. Themen, die vorher in diesem Ausmaß gar keinen Platz hatten. Themen, die zu einem (fast) ganz normalen Leben gehören. Anschaffung von Dingen, Sport, Arbeit, Beziehung.

Über all das, abgesehen vom Sport, hab ich sicher früher auch ab und an ein paar Worte fallen lassen. Aber eine Hauptrolle gespielt hat nichts davon. Sogar Beziehungen waren nur dann ein Thema, wenn es mir schlecht ging, und das ist des Pudels Kern: ich hab eigentlich immer nur darüber geschrieben, daß es mir schlecht ging, und zwar, weil es mir immer nur schlecht gegangen ist.

Das liegt nicht etwa an miserablen Lebensumständen, sondern an der Art, damit umzugehen. Es liegt also an Depressionen.

Und jetzt, wo es mir definitiv besser geht, so sehr viel besser, daß ich fast geneigt bin zu sagen, es geht mir gut, kann ich mich durchaus darüber freuen. Nicht gerade jetzt, denn ich bin heute kreislaufmäßig zusammen geklappt. Nichts essen, Plasmaspenden UND den Weg von der Straßenbahn nach Hause laufen wollen (30 min) war ein bißchen viel auf einmal, wobei ich ehrlicherweise schon umgeknickt bin, bevor ich lief. Ich hab dann einfach was gegessen, die Leute beruhigt, die mich ins Krankenhaus schaffen wollten, und bin gelaufen. Jetzt bin ich total dehydriert. Beim Kollaps muß ich das Wasser ausgeschwitzt haben wie ein Anti-Schwamm.

Was ich vermisse, ist die schwerwiegende, tiefgreifende, empfindsame Feinsinnigkeit. Von meinen Freunden ist keiner so im Übermaß der Mensch dafür, von meinem Schatz ganz zu schweigen - aber das hat auch Vorteile. Zum Beispiel ist nicht immer gleich Schluß, wenn einer von uns befindlichkeitsfixierte Aufstände probt. Das gibt es auch - aber es bedeutet nicht mehr das ganze Universum.

Zu meiner Ex hab ich keinen Kontakt mehr, und die wäre eigentlich DER Mensch für all die Literatur, die Lyrik, die Liebe zur Musik, zum Rollenspiel, zu bewegten Bildern, zum Gefühl. Der Kontakt ging verloren, weil mir nicht gereicht hat, nur dann ihre Freundin zu sein, wenn es ihr schlecht ging. Ich wollte auch sonst mit ihr zu tun haben, und das konnte sie halt irgendwie nicht. Vielleicht sogar auch, weil sie wie ich das rechte Maß für all diese Dinge finden muß(te). Es ist okay, aber es wäre falsch zu sagen, daß nicht ab und an vermissend und lieb an sie gedacht wäre. Auch zwei andere Freundinnen, die geeignet wären, leben ihr Leben großenteils fernab von mir. Und ich kann ja nicht sagen, daß ich da besser wäre.

Jedenfalls hab ich das Gefühl zu verrohen. Wo ist meine Kultiviertheit hin?

12.8.08 19:40

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