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resumee

- mood: easy going pain -
- current gaming: diablo 2 amazone lvl 86 -
- world talk xp: 44794 -
- project: HPB Hausarbeit -

Und führst du deinen neuen Blog dann euphorischer als den hier? Bin ich gefragt worden. Und sagte - aber!

Vielleicht gibt es hier nicht alle zwei Tage Einträge, und ich tendiere dazu, mehr und mehr von seitenfüllenden Lebenovelas abzuweichen und die kleinen Gemeinheiten und humorigen Zwischenfälle hier zu dekorieren - auch als Tribut an diejenigen Leser meines Blogs, die an beidem beteiligt waren.

Aber ich schreibe hier noch! Die meisten Geschichten, an denen ic mich je versucht habe (und es waren nicht wenige) können das nicht für sich in Anspruch nehmen. Und ab und an kommt dann auch nochmal so wie jetzt ein ganz klassischer Eintrag mit XP- und Level-Angaben, mit Freud und Leid und der Verblüffung, die das Leben selbst einem ausgesprochenen Melancholiker zu bieten hat. Ob der will oder nicht.

Mein schönes Bus-Erlebnis: alles wildfremde Menschen und ein kleines dreijähriges Stöpsel, das durch den ganzen Gang schwankt, um nach hinten zu kommen zu der Tante, die es kennt - die Mama hinten drein, aber die kam so schnell gar nicht nach. Und wir alle, die an den Plätzen zum Gang saßen, hatten einen Haufen Hände vor und nach dem Mädchen, ohne es anzufassen, aber es wär immer eine da gewesen, ums zu fangen, wenns gefallen wär. Ansonsten kann ich Menschen aber nicht leiden, ehrlich.

Ach ja, mein neuer Blog - das ist das Rollenspieltagebuch, das ich schon so lange wollte, weil mir von Zeit zu Zeit trotz aller guten Vorsätze meine heißgeliebten Logs verloren gehen und ich keine Erinnerung mehr außer der Erinnerung habe. Ich habs passwortgeschützt, weil die myblog-User damit gar nichts anfangen können, das ist eine Sache für mich und meine Leute aus Worldtalk.

Last but not least: das Semester ist bald zu Ende, und ich habe zwar gravierende Verluste erlitten, die sich aber relativieren, wenn man bedenkt, welche Anlaufschwierigkeiten ich hatte und dass ich sowieso ein Drittel mehr Arbeit habe als andere Studierende meines Fachs. Aus dem Rennen bin ich noch nicht. Ich muß noch eine Klausur und eine Hausarbeit schreiben, dann darf ich erstmal aufatmen.

1.2.08 21:15, kommentieren

i am legend

- mood: kinda funny -
- current gaming: diablo 2 amazone lvl 88 -
- world talk xp: 44794 -
- project: rpg blog -

Semesterferien! Endlich. Ich dachte schon, ich werde nie mehr fertig mit der Hausarbeit, von der will ich aber, weil sie eine längere Geschichte hat, im nächsten Eintrag erzählen.

Das Gefühl der Freiheit kam dann auch nur ganz langsam, und, nachdem der Streß von mir abfiel, kehrte auch die Einstellung von ganz am Anfang zurück: Uni? Ist das größte! Ich habe fünf Kurse bestanden und vier verloren, was natürlich kein guter Einstieg ist. Aber es waren auch sehr arbeitsintensive Kurse und nichts, was man nebenher mal einfach so absitzt. Am Ende konnte ich nicht mehr und hab gerettet, was zu retten war. Drei Fächer sind ein bißchen viel, ja... aber ich bin schon so viel klüger geworden und weiß besser, wie der Hase läuft.

Danach habe ich mich erst einmal drei Tage lang ins Vergessen versenkt. Habe massenweise Rollenspiel gemacht, Diablo 2 gezockt, unterbrochen nur von einem fälligen Hausputz, weil der Hausmeister zur Visite kam - mir regnets nämlich aufs Dach O.O

Und weil gerade so gar nichts in meinem Chat los ist, dachte ich, ich könnte mich ja mal melden. Eben bin ich aus dem Kino gekommen, wo ich mit meinem besten Freund "I am Legend" gesehen habe, um seinen Geburtstag nachträglich zu feiern, der meiner Hausarbeit zum Opfer gefallen ist.

Wir sind mit gemischten Erwartungen reingegangen. Eigentlich wollten wir keinen Zombie-Film sehen, aber die Auswahl gefiel mir dann doch besser als die Verfilmung irgendeines historischen Ereignisses, die noch anstand - als künftige Historikerin (O-Ton Riotte) kann ich sowas nämlich nicht leiden. Gut, das sagt nichts, denn mein bester Freund mag es und wird auch bald ein künftiger Historiker werden. Aber Geschichte ist für mich nur spannend, wenn sie in wissenschaftlichen Abhandlungen steht. Dabei vermische ich beim Schreiben Geschichte und Geschichten auch, aber das ist dann so eindeutig erkennbar, daß hoffentlich niemand davon ausgehen wird, daß der Anspruch auf bare Münze dahinter steckt... hoffentlich.

Jedenfalls haben wir die Wahl nicht bereut. Will Smith entwickelt sich mehr und mehr zum echten Charakterdarsteller, und schade, daß er augenblicklich auf die Heldenrolle beschränkt zu sein scheint... aber die steht ihm ja auch gut. Die Geschichte war vorhersehbar, aber nicht langweilig, die Darstellung des Alltags des Überlebenden hatte diese halb-bittere Note der Tragik-Ironie, die ich so liebe, und das Beste: der Film kam ohne Splatter aus. Daß ich bei jedem unerwarteten Geräusch zusammengezuckt bin, liegt an meiner Empfindlichkeit für akustische Effekthascherei. Einziges Manko guter Unterhaltung: die pathetischen Schlußkommentare könnten die sich doch endlich mal sparen. Vor allem, wenn er wie hier allein dazu dient zu erklären, warum der Film "I am Legend" heißt.

3 Kommentare 13.2.08 00:08, kommentieren

Hausarbeit

- mood: done -
- current gaming: diablo 2 amazone lvl 88 -
- world talk xp: 46254 -
- project: krakau1980 -

Meine Hausarbeit. Inzwischen hab ich sie schon ganz abgelegt, aber es war die erste Hausarbeit meines Lebens, und sie hat mich ziemlich fertig gemacht.

Wir mußten sie während des Semesters schreiben, begleitend, und natürlich habe ich das nicht getan - es kam so viel am Ende, zwei Klausuren, für dich ich büffeln mußte weil ich sie auf keinen Fall versemmeln durfte.

Als Thema hatte ich mir einen Vergleich zwischen der jüdischen Reaktion auf den Antisemitismus vor und nach dem ersten Weltkrieg ausgesucht. Da kam ich aber nicht recht weiter, und mein Seminarleiter riet mir, lieber einen Vergleich der Sprache in der antisemitischen Propaganda vorzunehmen.

Das hab ich dann auch getan. Ich hatte noch eine Woche. Ich habe Heiko gebeten mir bei der Auswahl der Literatur und der Quellen zu helfen, und das hat auch sehr gut geklappt, abgesehen davon, daß die Auswahl so speziell war - ich hab nichtmal in der Uni-Bibliothek alles gekriegt. Ich war schon ganz verzweifelt. Aber durch puren Zufall habe ich im gleichen Regal, in dem -das- Buch stehen sollte, das mir den Überblick über den Stand der Forschung zu meinem Thema geben sollte, ein anderes gefunden. Von dem ich sehr begeistert war. Da hatte nämlich eine Germanistin eine Analyse der früh-antisemitischen Sprache in Deutschland gemacht, und das Ding war Gold wert.

Eine meiner Quellen war im Haus verschollen. Die andere trieb die Bibliothekarin mit Geduld und Spucke auf, denn nichts war geliefert worden. Die zweite zu finden, war schwieriger, man hat mir aus dem tiefsten Keller die einzige existente Mikrofiche-Kopie zukommen lassen. Also mußte ich erstmal lernen mit den Lesegeräten umzugehen, und viel Geld gekostet hat das Ausdrucken auch noch - aber es war mir egal. Ich hatte alles zusammen! Und außerdem macht es Spaß, an diesen Riesenkästen zu sitzen für die Mikrofiches. Hätte nicht gedacht, daß ich das jemals lernen müßte, in meiner Bürokauffrau-Ausbildung haben wir schon nur noch am Rande davon gehört.

Der Plan war, die Literatur zu lesen und die beiden Quellen zu analysieren. Ersteres zog sich hin, ich hab fast die ganze Woche gebraucht, um mir einen Überblick zu verschaffen. Dann wurde die Zeit knapp. Ich legte mir Textdateien an in denen ich gleich rausschrieb, was ich zitieren wollte. Als ich damit fertig war, hatte ich noch ungefähr 15 Stunden und war dabei, die Nacht über nicht zu schlafen.

Am schwierigsten war die Quellen auszuwerten, ich dachte, wenn ich das getan hätte, würde ich die Arbeit nur noch zusammenpuzzeln müssen - und so ist es auch gelaufen. Aber das hat so lange gedauert, daß ich nicht einmal mehr ausruhen konnte. Ich druckte aus, duschte mich, fuhr los zur Abgabe.

Witzigerweise hatte ich Einleitung und Schlußteil schon geschrieben bevor ich die eigentliche "Forschung" betrieb. Hehe. Das darf man glaub ich keinem Prof je sagen.

Der eigentliche Clou war dann aber, daß er gar nicht da war. Nur durch Zufall erwischte ich jemanden der mir sagte, daß er in einer Vorstandssitzung sei... also wartete ich todmüde 45 Minuten und sammelte die Arbeiten von drei anderen ein, die nicht so lange warten konnten oder wollten. Ohne mich hätten die gar keine Anlaufstelle mehr gehabt, denn niemand hätte gewußt was los ist. Das Sekretariat hatte schon lange zu.

Als er dann endlich kam, fragte er mich, ob ich zufrieden sei. Ich sagte, das beurteile ich, wenn ich geschlafen habe. Er guckte doof. Und ich: Oh, ich hoffe doch, Sie mußten auch schonmal eine Nacht durchmachen, um eine Hausarbeit fertig zu bekommen... Bin nicht sicher, ob er das witzig fand. Aber die Arbeit ist gut (: Schlaf hatte ich ja genug um das zu wissen.

19.2.08 19:08, kommentieren