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unfolding

- mood: gremlin attack -
- current gaming: ro blacksmith lvl 58, wow priest lvl 70 -
- world talk xp: increasing -

- project: none -

"Sternchen schreibt gar nicht mehr in ihr Blog", hat sie gesagt, und mir auf die Finger gehauen. Sternchen (das bin ich) hat geantwortet: "Ja, ich weiß, das liegt daran daß ich mir eine eigene Software installiert habe und die läuft noch nicht so wie sie soll." - "Mist", hat sie gesagt. Das ist jetzt schon ein oder zwei Wochen her.

Leider läuft sie immer noch nicht, die Software, und derjenige, der mir dabei helfen will, den hab ich bislang regelmäßig verpaßt. Darum schreib ich hier nun einfach weiter, denn umziehen kann ich später ja immer noch. Was ich aber auf keinen Fall will, ist daß dies hier auch wieder etwas Begonnenes und nicht weiter Geführtes ist.

Sie - das ist die, die mir auf die Finger gehauen hat - findet zurück zum Rollenspiel. Das ist in unserem Sinne ein Spiel, das man im Chat spielt, bei dem sich zwei oder mehrere Personen mit erdachten Figuren zusammen finden und gemeinsam eine Geschichte erzählen und die Figuren Abenteuer erleben lassen. Warum kann ich an andere glauben mit einer steingleichen Geduld wartend, wenn das Leben doch ganz anders ist?

Sie bedauert viel von dem, was geschehen ist in der Vergangenheit, Dinge, die sie heute anders, besser machen würde, um sich und anderen nicht so weh zu tun. Das geht mir genauso. Und ich weiß, daß es immer mehr als eine Chance gibt.

Nur für mich glaub ich daran nicht. Ich hoffe, ich begehre, es macht mich wahnsinnig und trägt mich auf schönsten Schwingen, die zu nah an der Sonne zerschmelzen und ich: naja. Kundera schreibt, der Schwindel sei der Sehnsucht nach dem Fall, und das ist das wunderbar Entsetzliche daran.

Es gibt ein Mädchen, das ich immer noch liebe. Und ich will auch widergeliebt werden, und keins von beiden Gefühlen läßt nach. Früher hab ich gewollt, daß es echt ist, jetzt ist es echt und trotzdem nicht weniger unerfüllt. Kundera schreibt, daß sich wiederholende Motive im Leben kein Aberglaube sind, so wie man Mut schöpft aus Zeichen unserer Umgebung, auf die man bangt, hofft, aus denen man zu erkennen sucht, ob man das richtige tut: das alles ist keine Verzweiflung, sondern es ist Sinn für Schönheit.

Wenn Schönheit zu groß ist, ist sie verzweifelt, aber wir sind Menschen: wir erfahren nur wenige Augenblicke, die von verzweifelter Schönheit sind, und das ist gut so, denn mehr würden wir im Leben nicht tragen können.

Und dann die Sache mit der Zuversicht. Ich bin im Augenblick nicht einmal in der Lage, eine Verabredung zum Kino einzuhalten, auf die ich mich sehr gefreut habe. Ich habe mich verfahren, bin in Panik geraten, hab den Weg gar nicht mehr gefunden - den ich eigentlich kenne. Habe einen Nervenzusammenbruch erlitten, nicht einmal daran gedacht, den Freund anzurufen und bescheid zu sagen, habe Stunde um Stunde geheult - kann so jemand Zuversicht erlangen, um die Verzweiflung zu zügeln?

Der Freund war sauer auf mich, aber er versteht es auch. Ich bin viel mehr sauer auf mich! Am schlimmsten ist das Gefühl, dumm zu sein. Dagegen kämpfe ich mal heiß und innig, dann matt und fast geschlagen an, aber ergeben darf man sich nie.

Sie wirds wohl nie lesen, das Mädchen, das ich will. Denn das hier ist mein Platz, und wir gehen vorsichtig mit den Orten um, die dem anderen gehören, scheu, ängstlich, vorgewarnt, respektvoll und nur manchmal begehrlich, weil niemand riskieren kann, eine Lawine loszutreten.

Darum sag ichs hier einfach, Tine, ich lieb dich mit und ohne Chance jedweder Art, weil du du bist. And you'll say that we've got nothing in common. No common ground to start from and we've fallen apart.

And I'll say what about breakfast at Tiffany's...

3 Kommentare 2.5.07 01:15, kommentieren

promethean

- mood: the noble color of hate -
- current gaming: ro blacksmith lvl 58, wow priest lvl 70 -
- world talk xp: increasing, hell yeah! -
- project: none -

Project: none. Und jetzt packt's mich, das ist mein Problem. Das ist der Grund, aus dem ich meinen Tagesrhythmus verloren hab, aus dem ich nichts mehr auf die Reihe kriege, es fehlen die äußeren Umstände, die mich aufrecht halten. Ich bin wie ein zähes Fluidum, das sich hartnäckig auf dem Kachelboden hält.

Ich brauch also ein Projekt, etwas, auf das ich meinen Tagesablauf ausrichten kann. Im Gespräch mit meinem Arzt hab ich rausgefunden, was das sein muß: ich muß mich endlich äußerlich in Ordnung bringen, damit ich mich wohl fühle, wenn ich unter Menschen geh, damit mich das nicht so anstrengt und ängstigt.

Aber dahin zu kommen, sich darauf auszurichten, das ist schwer - im Augenblick überbrücke ich die Zeit, bis RO wieder zur Verfügung steht, mit dem Spielen von SimCity. -.-

Es gibt tausend Dinge, die ich eher tun sollte als das. Fakt ist: ich will nicht. Ich kann nicht sagen, daß mir die Welt egal ist, aber ich hab so viel mehr negative Impulse von ihr erhalten als positive, daß ich getrost sagen kann: es ist den Aufwand nicht wert. Das, was mir an Positivem geblieben ist, bleibt mir auch in der Isolation. Nur, ich weiß daß Stillstand Ende ist...

Und vor dem Ende hab ich noch viel mehr Angst als vor euch da draußen, vor allen Freunden der Realität, Meinungsmachern und Leuten, denen die Gefühle von anderen egal sind. Scheint so, als würde ich nicht kampflos aus dem Ring treten.

Puh. Na gut. dann versuch ich mich jetzt mal an einer Einteilung des Tages für heute. Hey, schonmal Goethe's Prometheus gelesen?

1 Kommentar 3.5.07 09:33, kommentieren

carnival of horror

- mood: counter attack -
- current gaming: ro blacksmith lvl 58, greeding -
- world talk xp: rapidly increasing -
- project: me-

Neues Design, neues Glück. Ich wollte eines haben, das wenigstens auf den meisten Browsern halbwegs okay aussieht und das mehr enthält als ein Bild und eine notdürftige Navigationsleiste - denn alle privaten Designs, die mir gefallen haben, passen leider nicht zu dem Ausmaß an Text, das ich fabriziere, oder sehen im Firefox bescheiden aus, so genial sie auch sind. Und ich kann mir nicht die Mühe machen, ein eigenes Design von der Pike auf zu entwerfen, noch nicht.

Das hat jetzt also zur Folge, das ich google-ads habe. *deutet stoisch nach rechts*. Und google-ads sind unheimlich.

Das sind sie deshalb, weil die ersten vier Werbungen, die ich gesehen habe, darum gingen, daß man Zeny für RO kaufen soll, daß es Internetseiten gibt, die einem beibringen, wie man heilig wird oder daß Gott einen liebt. Mich. Werbung soll ja ansprechen. Nummer vier betraf persönliches Erfolgsmanagement.

Das erklärt noch nicht, warum sie unheimlich sind? Dann haben Sie mein blog bisher noch nicht gelesen, denn sie sind genau auf die Inhalte abgestimmt, die ich verfaßt habe - sie charakterisieren mich, und zwar automatisiert. Das IST unheimlich. Wenn es danach geht, bin ich ein online-süchtiges Zockerweibchen, das kein Selbstbewußtsein hat und sich darüber mit Hilfe von Esoterik wegtröstet.

Zuerst hab ich mir gewünscht, daß man die ads bei myblog.de einfach abschalten kann. Ging in dem Design aber nicht. Dann hab ich überlegt, es zu verfremden, also als eigenes Design ohne die ads aufzunehmen. Aber das ist mir zuviel Aufwand.

Und jetzt grusele ich mich immer noch, weil diese Dinger zwar reichlich oberflächlich von mir erzählen, aber sie tuns, und das ist genau die Sicht, die die Welt auf mich hat - oberflächlich, gerendert und kategorisiert.

Die einzige Antwort darauf ist Gegenangriff. Zeit, homo humanis wieder ein bißchen seinem ursprünglichen Sinnzweck zuzuführen (siehe dazu den allerersten Post). Die Waffen? Wähle ich, weil Zeit und Ort vom Weblog bestimmt worden ist. Meine Waffen sind Sarkasmus, Ironie, Selbstironie und Verstand.

Hey, was wirklich cool wäre, ist die ads so zu irritieren, daß sie gar nicht mehr wissen, was sie zu mir schreiben sollen :D

8 Kommentare 4.5.07 06:29, kommentieren