Don Quixote de la Mancha

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Heute war meine allerletzte Therapie-Stunde. Ich fühle mich wirklich bereit, nun ohne weiterzumachen, und mein Therapeut hat mich ermutigt, mich zu melden, wenn es schlimm würde und ich mal ein Gespräch bräuchte. Er meinte aber auch, ich hätte eine gute Basis, um mich auch ohne Handhaltung ins Leben zu wagen.

Ich hab ihm ein Buch geschenkt, um seine Leistung zu würdigen. Den "Don Quixote de la Mancha" von Cervantes, eines der schönsten, großartigsten Bücher überhaupt, auch wenn sich die Interpretation im Laufe der Zeit sehr vom Usprung entfernt hat - das macht die großartigen Bücher ja aus, daß man zu jeder Zeit etwas mit ihnen anfangen kann.

"Zum Einen kämpft Don Quixote mit gerade durch seine Fehlerhaft untermauerter Menschlichkeit gegen das Übergroße, das Entmenschlichte, das Unverstandene."

"Und wenn die Mühle stille steht: "Und Sie bewegt sich doch!", hätte Galilei sicherlich auf etwas anderes bezogen, wenn es denn überhaupt sein Ausspruch gewesen wäre. Aber Sie und ich, wir wissen, was gemeint ist."

(Auszug aus meinem Dankesbrief an meinen Therapeuten)

1 Kommentar 2.9.08 20:44, kommentieren

school stories

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Meine Schulpraktischen Studien haben begonnen. Fünf Wochen an einem Gymnasium, 100 abzuleistende Hospitationsstunden, von diesen müssen 5 als eigene Unterrichtsstunden gestaltet werden und 1 muß auf Video aufgezeichnet und transkribiert werden.

Ich hab also irgendwie nicht mehr viel Zeit. Die erste Woche ist nun so gut wie rum und es ließ sich ertragen. Allerdings kommt da noch sehr viel mehr Arbeit auf mich zu. Die Schule an sich ist schön, aber sehr groß. Bislang hab ich noch jeden Raum gefunden, den ich gesucht habe, jedoch wären mir geringere Schülerzahlen - wir haben 1300 - lieber gewesen. Das Lehrerzimmer ist das größte, das ich jemals zu Gesicht bekommen habe in meiner eigenen schulischen Karriere. Es hat sogar einen angeschlossenen Garten im Innenhof, wie in einem Atrium-Haus, wo man mit Liegestühlen in der Sonne sitzen und Kaffee trinken kann, wenn man das mag. Den Stundenplan zusammenzustellen, das hat sich auch als schwieriger erwiesen als gedacht, denn die Lehrer haben sich Doppelstunden zusammengezogen, hier getauscht, da getauscht... ich hatte alleine diese Woche Mühe, die nötigen 20 Stunden zu erfüllen. Gegenwärtig bin ich bei 12 abgeleisteten Stunden, und das auch nur, weil ich in fachfremden Unterricht gegangen bin. Und dann haben die auch manche Termine nur 14-tägig, ich kann also noch gar nicht abschätzen, wie ich das alles bewältigen soll.

Wenigstens endet jetzt meine Therapie. Ich habe nur noch eine Sitzung, und dann also drei Wochen, in denen mir der Dienstag Vormittag auch zur Verfügung steht, um solche Dinge auszugleichen.

Weil mein Therapeut mir sehr geholfen hat, habe ich mir gedacht, ich schenke ihm ein Buch und schreibe ihm einen persönlichen Dankes-Brief. Schließlich ist er es, von dem ich gelernt habe wie wichtig es ist, Leistung zu würdigen. Und mich hat diese Therapie soweit gebracht, daß ich inzwischen weit mehr Verantwortung für mein Leben übernehmen kann als zuvor. Ich bin nicht finanziell unabhängig und werde das vielleicht auch nie wieder sein, aber ich leiste meinen Beitrag, und ich leiste ihn so, daß es mir damit gut geht. Innerliche Schmerzen hab ich nur noch selten einfach so. Meistens kann ich inzwischen einen konkreten Anlaß benennen, wenn es mir schlecht geht.

Die beste Nachricht ist allerdings, daß ich meine Leseblockade durchbrochen habe. Innerhalb weniger Tage habe ich in Leerlaufzeiten und bei meinem Job mehrere hundert Seiten lesen können. Es ist nicht das gleiche Lesefieber wie früher, als ich kein Buch aus der Hand legen konnte, als jedes von ihnen ein Zauberbuch für mich war. Aber das ist eine so gravierende Besserung, daß es für mich wie ein Durchbruch ist.

2 Kommentare 27.8.08 19:11, kommentieren

Ein (fast) ganz normales Leben

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Mir ist mal so aufgefallen, als ich meine früheren Einträge in diesen Blog mit meinen jüngeren verglichen habe, daß ich über ganz andere Themen schreibe. Themen, die vorher in diesem Ausmaß gar keinen Platz hatten. Themen, die zu einem (fast) ganz normalen Leben gehören. Anschaffung von Dingen, Sport, Arbeit, Beziehung.

Über all das, abgesehen vom Sport, hab ich sicher früher auch ab und an ein paar Worte fallen lassen. Aber eine Hauptrolle gespielt hat nichts davon. Sogar Beziehungen waren nur dann ein Thema, wenn es mir schlecht ging, und das ist des Pudels Kern: ich hab eigentlich immer nur darüber geschrieben, daß es mir schlecht ging, und zwar, weil es mir immer nur schlecht gegangen ist.

Das liegt nicht etwa an miserablen Lebensumständen, sondern an der Art, damit umzugehen. Es liegt also an Depressionen.

Und jetzt, wo es mir definitiv besser geht, so sehr viel besser, daß ich fast geneigt bin zu sagen, es geht mir gut, kann ich mich durchaus darüber freuen. Nicht gerade jetzt, denn ich bin heute kreislaufmäßig zusammen geklappt. Nichts essen, Plasmaspenden UND den Weg von der Straßenbahn nach Hause laufen wollen (30 min) war ein bißchen viel auf einmal, wobei ich ehrlicherweise schon umgeknickt bin, bevor ich lief. Ich hab dann einfach was gegessen, die Leute beruhigt, die mich ins Krankenhaus schaffen wollten, und bin gelaufen. Jetzt bin ich total dehydriert. Beim Kollaps muß ich das Wasser ausgeschwitzt haben wie ein Anti-Schwamm.

Was ich vermisse, ist die schwerwiegende, tiefgreifende, empfindsame Feinsinnigkeit. Von meinen Freunden ist keiner so im Übermaß der Mensch dafür, von meinem Schatz ganz zu schweigen - aber das hat auch Vorteile. Zum Beispiel ist nicht immer gleich Schluß, wenn einer von uns befindlichkeitsfixierte Aufstände probt. Das gibt es auch - aber es bedeutet nicht mehr das ganze Universum.

Zu meiner Ex hab ich keinen Kontakt mehr, und die wäre eigentlich DER Mensch für all die Literatur, die Lyrik, die Liebe zur Musik, zum Rollenspiel, zu bewegten Bildern, zum Gefühl. Der Kontakt ging verloren, weil mir nicht gereicht hat, nur dann ihre Freundin zu sein, wenn es ihr schlecht ging. Ich wollte auch sonst mit ihr zu tun haben, und das konnte sie halt irgendwie nicht. Vielleicht sogar auch, weil sie wie ich das rechte Maß für all diese Dinge finden muß(te). Es ist okay, aber es wäre falsch zu sagen, daß nicht ab und an vermissend und lieb an sie gedacht wäre. Auch zwei andere Freundinnen, die geeignet wären, leben ihr Leben großenteils fernab von mir. Und ich kann ja nicht sagen, daß ich da besser wäre.

Jedenfalls hab ich das Gefühl zu verrohen. Wo ist meine Kultiviertheit hin?

1 Kommentar 12.8.08 19:40, kommentieren